Sportmedizin & Sportklettern

Auf dieser Internetseite führt das Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen mehrere sportmedizinische Umfragen zum Thema Sportklettern durch.

In den letzten Jahren kam es zu einer rasanten Entwicklung des Sportkletterns zur Trendsportart. Es wird von 500.000 Kletterern in Deutschland ausgegangen. Diese Entwicklung begleitete ein Anstieg der Schwierigkeitsgrade der Kletterrouten. Ebenso steigerte sich das Training und die Trainingsintensität. Durch die stark anwachsende Zahl der Kletterhallen seit Anfang der 90 er Jahre kann heute das Hallenklettern als eigene Spielform des Klettersportes wie das Bouldern, das Eisklettern oder das Big-Wall-Klettern aufgefasst werden. In den DAV Sektionen nehmen die Mitgliederzahlen beim Einrichten einer Kletterhalle rasant zu. Aufgrund der verkauften Eintrittskarten in den kommerziellen Kletterhallen geht man von etwa 300.000 Hallenbesuchern in Deutschland pro Jahr aus.

Das Sportklettern ist für Kletterer ein faszinierender, erholsamer und verletzungsarmer Sport. Leider birgt es aber auch gewisse Risiken. Viele Fragen in der sportmedizinischen Beratung zum Klettern können noch nicht sicher beantwortet werden. Darum wollen wir hier mit verschiedenen Fragebögen zu den Themen Verletzungen und Überlastungsschäden, Schwangerschaft und Erste-Hilfe-Kenntnisse sowie zum Bergsteigen in der sächsischen Schweiz Daten sammeln, um etwas mehr Klarheit zu schaffen.
Dazu sind wir auf Eure Mithilfe angewiesen. Bitte nehmt Euch etwas Zeit und beantwortet die Fragen möglichst sorgfältig. Da die Aussagefähigkeit der Daten mit ihrer Menge zunimmt, erzählt bitte euren Freunden von diesen Umfragen. Wir versichern Euch, dass eure Angaben anonymisiert gespeichert und nicht an dritte Personen weitergegeben werden.

Vielen Dank für Eure Mitarbeit!

Jan Drastig
Allgemeinmedizin, Sportmedizin, Notfallmedizin
DAV Alpin Club Berlin

Priv.Doz. Dr. Thomas Küpper
Arbeitsmedizin, Sportmedizin, Alpinmedizin
Institut für Arbeits und Sozialmedizin RWTH Aachen
Medizinische Kommission der UIAA

 

Fragebogen: Die subjektive Routenschwierigkeit


Die objektive Beurteilung der Kletterleistung, welche für die Bewältigung einer Route einer bestimmten Schwierigkeit erbracht werden muss, ist sehr schwierig. Doch ist dies für die Trainingsplanung entscheidend, da Klettern an sich das beste Training ist und die individuelle Schwierigkeit für einen Sportler bestimmt werden muss, welche noch zu einem trainingswirksamen Reiz führt. Diese Untersuchung soll die mit einer bestimmten Schwierigkeit verbundene subjektive Kletterleistung bestimmen als Prozentwert der individuellen maximalen Kletterleistung im on-sight. Evtl könnte damit eine Schwierigkeit bestimmt werden, bei der ein wirksamer Trainingsreiz besteht, aber durch die damit ermöglichte Belastungsverminderung zur maximalen Kletterleistung, das Risiko für Verletzungen ebenfalls vermindert werden kann.

Fragebogen: Klettern in der Schwangerschaft


Zu der Thematik Klettern in der Schwangerschaft gibt es zur Zeit keine ausreichenden Untersuchungen, um Empfehlungen aussprechen zu können. Es fehlt an Grundlagenforschung zum Thema Sport in der Schwangerschaft. Empfehlungen beruhen auf den bekannten schwangerschaftsbedingten physiologischen Änderungen im Körper, bekannten Auswirkungen von Sport und theoretischen Annahmen von Auswirkungen möglicher innerer und äußerer Einwirkungen.
Dieser Fragebogen soll die Erfahrungen und das Verhalten von schwangeren Klettererinnen sowie Angaben zum Schwangerschaftsverlauf und eventuell aufgetretenen Gesundheitsprobleme sammeln, um in Zukunft eine bessere sportmedizinische Beratung zu ermöglichen.

Fragebogen: Verletzungen und Überlastungsschäden beim Sportklettern


Bisher haben kleinere Untersuchungen die Verletzungshäufigkeiten bei Hallenkletterern und Sportkletterern, meist Leistungskletterern, beschrieben. Untersuchungen zu den auftretenden Verletzungen und Überlastungsschäden sind für Freizeitsportlern unvollständig. Heut zu Tage beginnt etwa die Hälfte aller Kletterer an der Kunstwand mit mit diesem Sport. Einigen dient die Halle nur zum Training am Feierabend anderen zum Spaß bei ihrer Lifetime-Sportart. Diese wissenschaftliche Studie soll eine Beschreibung der Kletterkollektive Hallerkletterer und Sportkletterer ermöglichen. Während Hallenkletterer wetterunabhängig und immer in sehr gut abgesichert Routen klettern, müssen sich Sportkletterer in der Natur auch psychischen Strapazen und einer anspruchsvolleren Sicherungstechnik stellen. Zur Klärung, ob es Unterschiede zwischen diesen Gruppen gibt, soll eine retrospektive Querschnittsstudie dienen. Der Fragebogen erfasst Angaben zur Person, dem Sozialstatus, der Kletterleistung und ihrer Entwicklung, der Kletterart, der Klettererfahrung, den Trainingsgewohnheiten mit Intensität und Häufigkeit, den Vorerkrankungen und evtl. medikamentöser Therapie und den Verletzungen und Überlastungsschäden, welche in den letzten 5 Jahren entstanden sind.

Fragebogen: Risikomanagement bei sächsischen Kletterern


Das Elbsandsteingebirge ist durch die einzigartige Landschaft eines der attraktivsten und durch die Sächsischen Kletterregeln das wohl traditionsreichste Klettergebiet Europas. Durch die Besonderheiten kommt es aber jährlich zu schwersten Kletterunfällen, auch mit Todesfolge. Ziel der Studie ist es, Häufigkeit und Schwere von Verletzungen beim sächsischen Klettern sowie die Erste Hilfe-Kenntnissen der Sportler/-innen zu erfassen, um die Verletzungsrate pro 1000 Kletter-Stunden und das Risikomanagement der Sportler/-innen beschreiben zu können. Zu den personenbezogenen Daten wie Alter und Geschlecht sowie den Klettergewohnheiten und den aufgetretenen Verletzungen der letzten 5 Jahre sollen neben einer Selbsteinschätzung die Ersten Hilfe-Kenntnisse durch mehrere Fragen zu den häufigsten Verletzungen und Erkrankungen abgefragt werden.

Fragebogen: 1. Hilfe-Kenntnisse bei Sportkletterern


Das Sportklettern gilt als sicherer Sport. Dennoch kann es an einem Klettertag zu Unfällen und Verletzungen kommen, bei denen Erste Hilfe geleistet werden muss. Dieser Fragebogen soll die 1. Hilfe Kenntnisse und das Sicherheitsbewußtsein von Sportkletterern erfassen. Besonders wenn diese den Umstieg von der Halle nach draußen planen. Zudem dienen die Daten als Vergleich zu den Angaben sächsischer Kletterer.

Fragebogen: Verletzungen und Überlastungsschäden beim Bouldern


Das Bouldern fasziniert durch seine große Freiheit und die elementare Erfahrung von Bewegung. Ob indoor oder outdoor - die Zahl derer, die diesen Sport ausüben steigt. Unter anderem führen Dynamik und Konzentration bei den geistig-körperlichen Anforderungen zu einem fesselndem Flow-Erlebnis. Zum Equipment gehören die Kletterschuhe und Chalk und wenns nach draußen geht auch das Crashpad.

Diese Studie untersucht die Häufigkeiten von akuten Verletzungen und Überlastungsschäden beim Bouldern.